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Gefängnisinsel - Goli otok

Zwischen Rab, Prvic und den mächtigen Hängen des Velebit liegt Goli Otok, die „nackte Insel“. Wer die reiche Inselwelt der Kvarner Bucht erkundet oder eine der zahlreichen Fähren zu den beliebten Ferieninseln nimmt, übersieht das nur 4,7 km² kleine, graue Inselchen nur allzu gern – das Eiland scheint öde, trocken und verlassen. Und dennoch legen im kleinen Hafen an der Westküste jeden Tag Ausflugs- und Taxiboote an, die Besucher von den umliegenden Inseln und vom Festland befördern. Ziel der neugierigen Besucher sind die zahlreichen Ruinen und die Überreste des wohl dunkelsten Kapitels der jüngeren Geschichte Kroatiens. Die ursprünglich nur von Schafherden bewohnte Insel war zwischen 1949 und 1989 stalinistisches Gulag und Hochsicherheitsgefängnis, entworfen für politische Gefangene, die dort oftmals ohne Prozess unter menschenunwürdigen Bedingungen Zwangsarbeit in den Steinbrüchen und Fabriken verrichteten. Besonders perfide: Das Hauptgebäude der Verwaltung, das größte und schönste von Goli Otok, wurde allein aus den von Gefangenen gebrochenen Steinen der Insel gebaut und aufgrund seiner vergleichsweise luxuriösen Ausstattung und Gestaltung nur „das Hotel“ genannt.

„Titos KZ“ ist bis heute ein sensibles Thema, zumal das staatlich organisierte Unrecht bis dato nicht aufgearbeitet ist. Nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens wurde Goli Otok mit ihren zahlreichen Werkstätten und Fabriken, dem Steinbruch und Sport-Amphitheater, der modernen Siedlung für Angestellte und der berüchtigten Abteilung 102 für Spezialbehandlungen sowie das für unmenschliche Folter genutzte „Petersloch“ sich selbst überlassen. Eine Gedenkstätte oder ein Museum, das die Vergangenheit beleuchtet und aufarbeitet, gibt es auf Goli Otok bis heute nicht. Dafür bietet der lokale Veranstalter Goli Express nicht nur tägliche Ausflugstouren sondern auch Inselrundfahrten mit kunterbunten, offenen Wagen an, die in etwa 20 Minuten über den Westteil der Insel zuckeln und die wichtigsten Bereiche der ehemaligen Gefängnisstadt anfahren. Natürlich ist es auch möglich, die Überreste des Grauens auf eigene Faust zu erkunden oder auf den umliegenden Inseln ein Boot mit Guide zu chartern. Sehr empfehlenswert ist eine Entdeckungstour auf eigene Faust, die vielleicht auch in höhere Inselregionen führt – hier erwartet die spärlichen Besucher ein grandioser Ausblick auf die umliegende Inselwelt. Und hier lässt sich das Leid und Unglück der Gefangenen, Gefolterten und Gebrochenen vielleicht am besten nachvollziehen. Die nächsten Inseln liegen nur einen Steinwurf, etwa 15 Minuten mit dem Boot, von diesem Ort des Grauens entfernt. Und trotzdem galt eine Flucht von Goli Otok als unmöglich: Wer es an den zahlreichen Wachen und Bunkern vorbei tatsächlich bis ans Wasser schaffte, wurde selbst dann noch beschossen oder ertrank dank der starken Strömungen und plötzlichen Bora-Winde des Velebit-Kanals.

Lust, sich selbst ein Bild dieses wichtigen Teils der Geschichte zu machen? Angefahren wird Goli Otok täglich von fast allen umliegenden Inseln und Touristenhochburgen, darunter Rab (Stadthafen), Mali Losinj, Krk, Lopar und Sveti Juraj bei Senj. Die kürzesten Touren ab Rab schlagen mit umgerechnet etwa 20 Euro zu Buche. Sehr empfehlenswert ist ein Abstecher in die einzige Bar der Insel direkt am Hafen, die neben Fast Food auch lokale Spezialitäten wie z.B. Tintenfisch serviert. Wer angesichts der brennenden Sonne auf der baumlosen Insel Abkühlung sucht, findet unweit des Hafens eine kleine Badestelle mit Steg.

Lage

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